Freiburger Histokurs

 
Beispiel für eine holokrine alveoläre Drüse: Talgdrüsen der Haut

Talgdrüsen (Glandulae sebaceae) sind holokrin sezernierende Drüsen der Haut. Sie treten in der Regel gekoppelt an Haare auf. Nur in einigen Körperregionen gibt es auch freie Talgdrüsen (Lippenrot, Brustwarzen etc.). Ihr Sekret, der Talg (lat.: sebum), fettet die Haut und schützt sie gegen Austrocknen.
 
 
Das Präparat zeigt einen Ausschnitt aus der Kopfhaut des Menschen. Die Epidermis bildet die obere Begrenzung des Präparats, es sind außerdem mehrere Haare angeschnitten. Neben dem direkt in der Mitte liegenden Haar sieht man eine angeschnittene Talgdrüse. Man erkennt verschiedene Endstücke der Drüse. Sie haben jeweils eine alveoläre Form (im Präparat erscheinen sie länglich-rund) und besitzen ein mehrschichtiges Epithel. Die äußerste Schicht der Drüsenzellen besteht aus platten, undifferenzierten Zellen, die einer Basalmembran aufliegen und sich dauernd teilen. Die hier neu gebildeten Zellen wandern langsam nach oben und lagern dabei immer mehr Talg in ihrem Zytoplasma ein, so daß sie sehr hell und wabig erscheinen. Der zunächst deutlich sichtbare Zellkern verschwindet (er wird pyknotisch). Schließlich platzt die Zelle und der Talg sowie die Zellreste werden über den Ausführungsgang an die Oberfläche der Haare und der Epidermis abgegeben.
 
Obwohl laut Definition bei der alveolären Drüsenform normalerweise ein weites Lumen in den Endstücken vorliegt, besitzen die Endstücke der Talgdrüsen kein richtiges Lumen. Es wird durch die prall mit Talg gefüllten Drüsenzellen gefüllt, die immer weiter ins Drüsenzentrum vorrücken.